Trainingsoptimierung bei Angsthunden

Artikel vom 22.12.2016

Angsthunde und „vermeintliche“ Angsthunde nehmen seit vielen Jahren einen großen Bereich meiner Trainertätigkeit ein. Sei es in der direkten Arbeit am und mit dem Hund im Tierheim oder mit Kundenhunden, deren Tiere sich aus unterschiedlichsten Gründen angstvoll verhalten. Die einen situativ, die anderen fast ständig..

 

Oft, nicht immer, handelt es sich dabei um Hunde, deren Wurzeln im Ausland liegen.

 

Das will und möchte ich nicht werten, schließlich bin selbst Besitzerin eines „Ungarn“. Trotzdem vermerken Hundetrainer immer häufiger, dass gerade ausländische Angsthunde zunehmend nach Deutschland kommen und viele Menschen sich schlussendlich völlig überfordert fühlen von dem Tier, dem sie ursprünglich etwas Gutes tun wollten.

 

Denn Angst hat viele Facetten. Angst kann lähmen, Angst kann kopflos machen, Angst kann das ganze Leben vereinnahmen. Das Leben des Betroffenen, aber übergreifend auch das aller Bezugspersonen:

Wenn man nur noch nachts rausgehen kann, weil der Hund vor allem, was ihm tagsüber begegnet Panik hat. Wenn man ständig zu jedem Spaziergang auf das Land herausfahren muss, weil der Hund die Stadt nicht erträgt. Wenn man keinen Besuch mehr bekommt, weil der Vierbeiner im besten Fall unter sich lässt, wenn Fremde auftauchen, im schlimmsten Fall für die nächsten Tage unter dem Sofa sitzt. Wenn der Hund sich trotz aller Bemühungen auch nach Monaten und Jahren noch vor bestimmten Familienmitgliedern ängstigt.

 

Solche Fälle sind inzwischen keine Ausnahme mehr, sie gehören - zumindest - zu meinem Traineralltag.

 

Für Angsthunde gelten aber andere Regeln und andere Voraussetzungen im Training als für den normalen Kunden mit seinem Hund:

 

Ich bin inzwischen der Meinung, dass sich ein fundiertes Training mit Angsthunden nur dann erfolgreich gestalten lässt, wenn der Hundehalter selbst profunde Kenntnisse über wichtige Faktoren erlangt:

 

biologische Funktion der Angst

• weiß, was im Gehirn und Körper passiert, wenn man Angst hat

klar unterscheiden kann zwischen Unsicherheit, Angst und Furcht

• wichtiges lerntheoretisches Hintergrundwissen über Ängste, Unsicherheiten und Furcht hat – gerade im Bereich der sog. "negativen Verstärkung"

handlungsfähig auch dann bleiben kann, wenn der "worst case" im Training/Alltag auftritt

• mit situativen Rückschritten umzugehen gelernt hat (Management)

• Führkompetenz wahrnehmen will

• sensibel in seiner eigenen Körpersprache in Wechselwirkung mit dem betroffenen Tier ist

• sich selbst klar ist über den eigenen Standpunkt im Training mit dem Angsthund

 

 

All diese Punkte sind meiner Meinung nach unabdingbar, um Training für seinen Hund überhaupt wirklich verstehen zu können. Denn der Hundehalter muss auch ohne Trainer in täglich auftauchenden kritischen Situationen wissen, wann und warum er etwas tun sollte – oder auch gegebenfalls einfach unterlassen.

 

Ab 2017 werden wir für alle betroffenen Hundehalter von Angsthunden eine umfassendes Theorieeinheit zu diesem Thema vorschalten, bevor es an das praktische Training mit den Hunden geht.

 

Dies ist mir ein ganz persönliches Bedürfnis, da ich nach jahrelanger Erfahrung mit Angsthunden eins ganz klar sagen kann: Je aufgeklärter der Hundehalter, desto größer sind die Trainingserfolge.

 

News:

Neue Grundkurse ab Januar 2017:

24.01.: Mittwochs, 18 Uhr

27.01.: Samstags, 13 Uhr

08.03.: Donnerstags um 17 Uhr

Leinen los:

Neue Termine für die Gruppenspaziergänge im Januar & Februar

Workshop "Leinenführig an einem Tag":

Sonntag, 04.03., 11:00 Uhr

Erste Hilfe beim Hund:

Freitag, 16.03., 15:00 Uhr

Termine der nächsten Sachkundeprüfungen (Theorie) für Januar bis Februar.

Kontakt

Mo - Fr von 10:00 bis 16:00 Uhr erreichen Sie Anja Mische bei Fragen und für Terminabsprachen  im Büro:

0176 -  21 95 01 82

oder nutzen Sie unser Kontaktformular

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hundeschule Bremen - Training für Mensch und Tier